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Erprobungsstufe am GA

In den Jahrgangstufen 5 und 6 - der Erprobungsstufe - gewöhnen sich die Kinder an die neue Schulform - Gymnasium - und machen sich mit den Anforderungen vertraut. Eine Versetzung von der 5. in die 6. Klasse gibt es nicht; am Ende der Jahrgangstufe 5 gehen in der Regel alle Schülerinnen und Schüler in die 6. Jahrgangsstufe über. Auf Wunsch der Eltern und mit Zustimmung durch die Klassenkonferenz kann per Konferenzbeschluss die 5. Klasse wiederholt werden.
Um jedem Kind in dieser Eingewöhnungszeit individuelle Unterstützung  zukommen lassen zu können, finden im November, Januar und Juni Erprobungsstufenkonferenzen statt, auf denen die in der Klasse unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer über den Leistungsstand, das Lern- und Sozialverhalten sowie die persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler beraten.
Zur 1. Erprobungsstufenkonferenz der Jahrgangsstufe 5 und zur 4. Erprobungsstufenkonferenz der Jahrgangsstufe 6 im November werden auch die ehemaligen Grundschullehrerinnen und –lehrer eingeladen, die aus ihrer Kenntnis wichtige Hinweise geben können und die Entwicklung ihrer ehemaligen Schülerinnen und Schüler beobachten.
Mit der Versetzung in die Jahrgangsstufe 7 stellt die Erprobungsstufenkonferenz die Eignung der Schülerinnen und Schüler für die Schulform Gymnasium fest. Auf der Grundlage der bis dahin festgestellten Entwicklung des Leistungsstandes und des Lern- und Sozialverhaltens wird eine Prognose über die weitere Schullaufbahn erstellt. Die Klassenkonferenz empfiehlt sechs Wochen vor Schuljahresende im Mai, ob die Schülerin oder der Schüler weiterhin in der Schulform Gymnasium verbleibt oder ob die Wiederholung der Klasse 6 oder der Wechsel zu einer anderen Schulform für die weitere schulische Laufbahn der SchülerInnen sinnvoll ist. Die endgültige Entscheidung trifft die Versetzungskonferenz der Klasse 6 am Ende des Schuljahres im Juni.

Erprobungsstufe - was bedeutet sie für mein Kind?

Mit dem Wechsel zur neuen Schulform, Gymnasium, beginnt für das Kind ein neuer Lebensabschnitt. Viel Neues strömt auf das Kind ein: Es lernt neue Räumlichkeiten, neue Mitschülerinnen und Mitschüler, neue Lehrerinnen und Lehrer, neue Fächer mit neuen Lern- und Arbeitsmethoden sowie ein neues soziales Umfeld kennen. Das ist eine große Herausforderung für Kinder, Eltern und Lehrer, die in vielen kleinen Schritten und mit freundlicher Unterstützung aller Beteiligten gelingt.

Erprobungsstufe – wie hilft das GA meinem Kind, den Übergang zu erleichtern?

Die Schule leistet dazu viele Beiträge, um den Kindern den Übergang zu erleichtern: den Schnuppertag, um die Arbeitweise am GA kennen zu lernen, die Berücksichtigung von Wünschen bei der Klassenzusammensetzung, den Kennenlernnachmittag, einen feierlich gestalteten ersten Schultag, eine Kennenlernfahrt am Anfang der Klasse 5, ein Mentorensystem, Methodentraining, Streitschlichtung und Hausaufgabenhilfe durch die Hausaufgabenbetreuung von Montag bis Donnerstag bis 15.30 Uhr.

Schnuppertag

Zu einem ersten Kennenlernen der neuen Schule ist am Schnuppertag Gelegenheit. Hierzu lädt die Schule an einem Samstag die Viertklässler aller Lüner Grundschulen ein. Das Einladungsschreiben für den konkreten Termin erhalten die Eltern über ihre Grundschulen. Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer ermöglichen es den interessierten Viertklässlern in den Unterricht zu schnuppern und bieten zwischen 10 und 12 Uhr Unterricht in verschiedenen Fächern an. Dabei werden die Besonderheiten des Gymnasiums Altlünen mit dem bilingualen Zweig - Englisch bilingual - und die Orchesterklasse berücksichtigt, Latein und Französisch stellen sich für die Wahl der zweiten Fremdsprache am Ende der Jahrgangsstufe 5 vor, Physik, Chemie, Informatik werden als für die Grundschüler neue Fächer angeboten und Kunst, Biologie oder Sport bieten ebenfalls Schnupperunterricht an.
Während eines Rundgangs lernen die Eltern die neue Schule ebenfalls kennen und erhalten Informationen. Mit einer Broschüre über das Gymnasium Altlünen und über die Erprobungsstufe stehen darüber hinaus weitere Informationen zur Verfügung.

Wünsche bei der Klassenbildung

Auf dem Anmeldeschein haben Eltern die Gelegenheit, Wünsche zur Klassenbildung zu vermerken. Diese Wünsche haben Priorität und werden berücksichtigt.

Kennenlernnachmittag

Vor den Sommerferien werden die für die neuen 5. KLassen angemeldeten Kinder und ihre Eltern zu einem Begrüßungsnachmittag eingeladen, um die neue Klassenlehrerin oder den neuen Klassenlehrer und die neuen Mitschülerinnen und Mitschüler kennen zu lernen. Der zukünftige Klassenraum wird als neue schulische Heimstatt erfahren und Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 begleiten von nun an mit Rat und Tat als Mentoren die neuen Klassen. An diesem Nachmittag spielen sie vorbereitete Kennenlernspiele mit den zukünftigen 5-Klässlern und machen sie mit dem Schulgebäude vertraut.

Schulbeginn

Es geht sofort los! Am ersten Schultag nach den Sommerferien beginnt die Schule um 9 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche Sankt Norbert. Gegen 10 Uhr erfolgt die offizielle Aufnahme in die Schulgemeinde des GA. Danach erhalten die Schülerinnen und Schüler Informationen durch die Klassenleitung: Der Stundenplan wird bekannt gegeben, Bücher werden ausgeteilt, eine erste Sitzordnung hergestellt usw. Der erste Tag endet für die Jahrgangsstufe 5 um 11.15 Uhr, sodass Eltern und Kind Gelegenheit erhalten, diesen besonderen ersten Schultag am Gymnasium Altlünen festlich in der Familie ausklingen zu lassen.
Am zweiten Tag finden in der ersten bis zur dritten Stunde ausschließlich Klassenleiterstunden statt, damit die Klasse zueinander findet und weitere organisatorische Fragen in Ruhe geklärt werden können.
Am dritten oder vierten Tag, findet ein Fotoshooting statt, damit jedes Kind  einen kostenlosen Schülerausweis erhalten kann. Außerdem wird dabei ein erstes offizielles Klassenfoto erstellt, das der Erinnerung an diesen Tag, aber vor allem auch der Orientierung der unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer dient.
In der dritten Woche bildet die Verkehrssicherheit einen Schwerpunkt: In Zusammenarbeit mit der Polizei der Stadt Lünen und der VKU erfährt jedes Kind in Theorie und Praxis, wie wichtig richtiges Verhalten im Straßenverkehr und im Bus ist, um für die Gefahren auf dem Schulweg und im Straßenalltag sensibilisiert zu werden.

Kennenlernfahrt

Ein wichtiger Baustein für das gelingende Miteinander in der Schule ist in jedem Schuljahr die Kennenlernfahrt. Seit dem Schuljahr 2010/2011 fährt die gesamte Jahrgangsstufe 5 eine Woche ins Schullandheim nach Hinsbeck bei Düsseldorf. Hier haben Schülerinnen und Schüler und die Klassenleitungen Gelegenheit, sich miteinander vertraut zu machen und soziale Verhaltensweisen zu erproben, die die Grundlage für ein angenehmes Schulklima sind, in dem es jedem gelingt, sich angenommen zu fühlen und entspannt lernen zu können.

Mentoren

Im März eines jeden Jahres melden Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 ihr Interesse als Mentoren an. Aus einer großen Zahl an  Interessenten werden geeignete Schülerinnen und Schüler ausgewählt und geschult. Sie stehen neben den Lehrerinnen und Lehrern als Ansprechpartnerinnen und -partner zur Verfügung, organisieren außerschulische Aktivitäten mit der Klasse, bereiten den Begrüßungsnachmittag im Mai und die Gestaltung des Gottesdienstes am ersten Schultag vor und begleiten die Klassen bei Ausflügen. Ihr außergewöhnliches Engagement erhalten sie am Ende eines Halbjahres auf dem Zeugnis bescheinigt.

Streitschlichtung

Bei Konflikten untereinander können Kinder auch zur „Streitschlichtung“ gehen. Dort helfen ihnen speziell ausgebildete Schülerinnen und Schüler der Klassen 10, diese Konflikte selbstständig und angemessen zu lösen.

Methodenlernen

Im ersten Halbjahr der Jahrgangsstufe 5 findet an drei Tagen eine Unterrichtseinheit „Lernen lernen“ statt, in der die Schülerinnen und Schüler mit Prinzipien und Strategien vertraut gemacht werden, die das schulische und häusliche Lernen erleichtern.

Ergänzungsstunden

In den schriftlichen Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik erhält jede 5. Klasse eine weitere Stunde Unterricht. Die Ergänzungsstunden helfen, individuelle Defizite aufzufangen und gleiche Lernvoraussetzungen zu schaffen. Im ersten Halbjahr wird diese Stunde im Rahmen des regulären Unterrichts erteilt, im zweiten Halbjahr kann im Rahmen der Binnendifferenzierung gefördert werden.

Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler

Besonders begabte Schülerinnen und Schüler können im Rahmen des Drehtürmodells weiter gefördert werden. In der Jahrgangsstufe 5 bietet sich z.B. das Fach Erdkunde, in der Jahrgangsstufe 6 das Fach Geschichte dafür an. Von den beiden Fachstunden wird in einer Stunde selbstständig, zu einem frei gewählten Thema, in der Mediothek oder in einem der Computerräume, recherchiert. Ein Zeitraum von ca. vier bis sechs Wochen steht dafür zur Verfügung. Die Ergebnisse können u.a. in Form eines Referates vor der Klasse vorgetragen werden – der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Die Teilnahme am Drehtürmodell wird auf dem Zeugnis bescheinigt.
Auf Antrag der Eltern ist auch ein nachträglicher Wechsel in den bi-Zweig möglich. Ein eigens erstellter Stundenplan der bi-Klasse in den Hauptfächern hilft vorab, die bi-Klasse kennen zu lernen und den eigenen Wissenstand abzugleichen.
Darüber hinaus ist auch das Überspringen einer Jahrgangsstufe möglich. Auch hier werden vorab Hilfestellungen gegeben, um den Neuanfang sicher zu gestalten.

Welche Hilfestellungen bietet das GA mir als Mutter oder Vater?

Auf der ersten zentralen Informationsveranstaltung am Beginn des neuen Schuljahres stehen gewählte Elternvertreter als Elternpaten bereit, um Eltern mit den neuen Elterngremien vertraut zu machen und sie bei ihrer Entscheidung, sich an der neuen Schule zu engagieren, zu unterstützen.

Und natürlich stehen den Eltern die Lehrerinnen und Lehrer und die Schulleitung an Elternsprechtagen und darüber hinaus an vereinbarten Terminen zur Beratung zur Verfügung.


Susanne Reusch, Koordination Erprobungsstufe